Hallo! Mein Name ist gesetzlich Nico, selbstbestimmt Eileen. Seit fast elf Jahren berichte ich über Beauty; seit rund sechs Jahren mindestens fünf Mal pro Woche. Ich freue mich jedes Jahr auf’s Neue auf den Pride Month, zelebriere mit Memes und Freunden und kaufe mir eine Masse an Pride-related Beauty Products. Während sich LGBTQ*-Personen sichtbarer platzieren und offen mit ihrer Geschlechtsidentität oder ihrer sexuellen Orientierung umgehen, schalten sich auf Marken ein. Marken, die tatsächlich viel für die Community tun. In den vergangenen Jahren haben sich immer mehr Marken offen zu LGBTQ* bekundet, haben Pride-Paraden gesponsert, LGBTQ*-Talente gefördert oder auch große Teile ihres Umsatzes an LGBTQ*-Organisationen gespendet. In diesem Beitrag möchte ich euch einige dieser Marken mit einer kleinen Auswahl der letzten vorgestellten Produkte näher bringen und kurz erläutern, wie sich die Marken für LGBTQ*-Personen einsetzen.

Obwohl vieles hiervon aktuell noch exklusiv in den USA hervor geht, hoffe ich mir, zusammen mit Berichten und Artikeln aus dem Rest der Welt, dass Marken auch hierzulande zu LGBTQ*-Talenten und Inklusivität beitragen oder Non-Profit-Organisationen unterstützen. Einige positive Beispiele gibt es ja bereits. Deutsche Drag-Sendungen, als auch CSD-Paraden werden bereits von Beautymarken gesponsert. Und auch diese werdet ihr in dieser kleinen Übersicht finden.

Ich hoffe, dass euch diese “Sonderausgabe” gefällt und würde mich riesig, über eure Looks, eure Coming Out-Geschichten und Co. – ob anonym oder mit Klarnamen – freuen. Die Kommentare sind jederzeit offen und taggen könnt ihr mich überall mit @GoolooDE. Happy Pride!

bhcosmetics

BH Cosmetics war schon immer eine sehr farbenfrohe und inklusive Marke. Unter dem Dachmantel der Marke haben LGBTQ* Influencer und MUAs wie Marvyn Magnificent und Laviedunprince (aktuelle Kollektion) ihre Kollektion veröffentlicht. Auch Stars wie Doja Cat (die selbst sagt “Ich mag Menschen, mit denen man Sex haben kann“) und Iggy Azalea (BFF mit u.a. der Drag Queen Trixie Mattel) haben zusammen mit BH Cosmetics eigene Kollektionen heraus gebracht.

🌱 🐰 BH Cosmetics Eye Essentials und Smokey Eyes Pinselset

🌱 🐰 BH Cosmetics Eye Essentials und Smokey Eyes Pinselset

In zwei unterschiedlichen Bestellungen, einmal bei BH Cosmetics direkt und einmal über BEAUTYBAY habe ich mir die beiden 7-teiligen Pinselsets Eye Essentials und Smokey Eyes bestellt. Bei beiden Sets handelt es sich um synthetische Lidschattenpiinsel, die verschiedene...

Kim Chi (bürgerlicher Name Sang-Young Shin), bekannt als Drag Queen aus “RuPaul’s Drag Race” erfreut Beautyherzen schon lange mit der eigenen Marke “KimChi Chic Beauty”, die nicht nur kunterbunt und verspielt ist, sondern auch immer wieder neue Produkte heraus bringt. Ein Teil aller Einnahmen kommt dem Trevor Project, einer Non-Profit Organisation zur Suizidprävention von LGBTQ*-Jugendlichen, zugute.

kimchichic
mac

MAC ist bereits seit Jahrzehnten ein Pfeiler der LGBTQ*-Community. Beispielsweise werden 100% aller Einnahmen (exkl. MwSt.) aus der VIVA GLAM-Kollektion, die mit zahlreichen Stars wie Lady Gaga, Boy George, Cyndi Lauper und Elton John jedes Jahr neu aufgelegt wird, dem MAC AIDS Fund zur Verfügung gestellt, um HIV-Prävention voran zu treiben aber auch Studien zu unterstützen und die Versorgung von Medikamenten sicher zu stellen. Zusätzlich setzt die Marke, die seit wenigen Jahren zur Estée Lauder gehört, vielfach auf LGBTQ*-Personen und -Celebrities als Gesicht für die Marke. Übrigens: den MAC AIDS Fund gibt es bereits seit 1994; erstes Modell für die VIVA GLAM-Kollektion war Drag-Ikone RuPaul.

MAC Bling Thing Liquid Lipcolour Commotion Motion

MAC Bling Thing Liquid Lipcolour Commotion Motion

Als ich vor einigen Wochen bei ASOS gestöbert habe, ist mir ein Produkt sofort ins Auge gefallen: Der extrem schimmernde, ultra-neonpinke Liquid Lipstick der Bling Thing-Serie von MAC in Commotion Motion. Wenn ich euch sage, es ist neonpink, meine ich wirklich...

maybelline

Maybelline ist aus den Drogerien gar nicht mehr weg zu denken. Die Formel sind bereits seit Jahrzehnten bewährt und wurden immer wieder um neue Formel und Anpassungen erweitert. In den letzten Jahren ist Maybelline auch sehr in den Fokus für LGBTQ*-Menschen geraten. So wurde in den USA mit Manny MUA das erste Mal mit einem Mann als Mascara-Ikone geworben; dort gibt es auch ganze Serien mit Drag Queens auf YouTube. Beispielsweise moderierte Drag Queen Trixie Mattel, wie sich mit Maybelline-Produkten ein ganzer Drag Look erstellen lässt. Während in Deutschland noch nicht alles herüber geschwommen ist, ist die Marke doch immer präsenter in der LGBTQ*-Community. So werben unter anderem Bretman Rock und NikkieTutorials für die Marke.

Morphe ist bereits seit den Anfängen groß dabei. So unterstützt die Marke diverse LGBTQ*-Artists, bietet in den Stores jedem Menschen die Möglichkeit, erfolgreich zu werden und setzt in nahezu allen Bereichen auf inklusive, offene Strukturen. Auch mehrere Kollektionen zugunsten von Non-Profits im Bereich Inklusion und LGBTQ* Youth wurden über die Jahre unterstützt. In diesem Jahr werden 100% aller Einnahmen (exkl. MwSt.), mindestens aber 50.000US$ an The Trevor Project gespendet.

morphe
nyx

NYX, eine der neueren Aufkäufe von L’Oréal, war von Anfang an ganz vorne mit dabei. Für die Marke modellten offen-lebende, queere Menschen; auch für Marketing und Werbung wurde auf LGBTQ*-Personen gesetzt. Heutzutage unterstützt die Marke TV-Shows mit queeren Charakteren, Pride Paraden auf der ganzen Welt und viele kleinere Künstler auf Social Media-Plattform, wie YouTube. In diesem Jahr wurde eine Kollektion bestehend aus Eye Paints, Lip Oil, Matte Setting Spray, Wonder Stick Blush und Butter Gloss heraus gebracht, bei denen Menschen (in den USA) beim Online shoppen die Möglichkeit geboten wird, ihren Kaufpreis auf den nächsten Dollar aufzurunden. Einnahmen hieraus, sowie Spenden von über 100.000 US$ kamen dem Los Angeles LGBT Center für alle Generationen zugute.

It's all about

Los Angeles LGBT Center
Das Los Angeles LGBT Center (früher bekannt als Los Angeles Gay and Lesbian Center) ist ein Anbieter von Programmen und Dienstleistungen für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender. Die Arbeit der Organisation umfasst vier Kategorien, darunter Gesundheit, Sozialdienste, Wohnungswesen sowie Führung und Interessenvertretung. Das Zentrum ist die größte Einrichtung der Welt, die Dienstleistungen für LGBT-Personen anbietet.

The Trevor Project
Das Trevor Project ist eine amerikanische gemeinnützige Organisation, die 1998 gegründet wurde. Sie konzentriert sich auf Bemühungen zur Suizidprävention unter lesbischen, schwulen, bisexuellen, transgender, queeren und fragenden (LGBTQ) Jugendlichen. Über eine gebührenfreie Telefonnummer betreibt es The Trevor Lifeline, einen vertraulichen Dienst, der ausgebildete Berater anbietet. Die erklärten Ziele des Projekts sind die Bereitstellung von Kriseninterventions- und Suizidpräventionsdiensten für die oben genannten Jugendlichen (von der Organisation als Personen unter 25 definiert) sowie das Anbieten von Anleitung und Ressourcen für Eltern und Erzieher, um sichere, akzeptierende, und integrative Umgebungen für alle Jugendlichen, zu Hause und in der Schule, anzubieten.

Beratung und Hilfe in Deutschland

In Deutschland gibt es noch viel zu tun. So sind die oben genannten Beispielse – zumindest aktuell – leider ausschließlich auf die USA bezogen. Doch auch hier müssen wir zugeben: solche Ressourcen sind mehr als nötig, bedenkt man doch die tragischen Morde an LGBTQ*-Personen, insbesondere schwarzen Trans*frauen in den USA. 

Hierzulande, sowie auch in Nachbarländern wie Österreich und Schweiz, arbeiten viele Non-Profit-Organisationen daran, Integration und Gesetzgebung voran zu treiben. Vor allem sind hier regionale CSD-e.V.’s zu bennen, ebenso wie regionale und bundesweite AIDS-Hilfen, die u.a. die Gesetzgebung zur Selbstbestimmung voran treiben und beratend zur Seite stehen.

Ressourcen finden sich hier z.B. auf den Webseiten des CSD-Landesverbands (CSD Deutschland e.V.), sowie auf den Webseiten der Deutschen AIDS-Hilfe. Auch Organisationen wie der Berufsverband erotische und sexuelle Dienstleistungen e.V. (BesD) tragen mit dazu bei, LGBTQ*-Personen zu schützen und unterstützen. So tritt der BesD auch für die Rechte und Freiheiten von Sexarbeitenden der LGBTQ*-Community ein.

Vor allem auf kommunaler Ebene ist viel Arbeit notwendig, um die Sichtbarkeit, Akzeptanz und Unterstützung von LGBTQ*-Personen zu fördern. Anlaufstellen werden z.B. von Dissens, dem Institut für Bildung und Forschung e.V. aufgelistet (hier klicken).

Bundesweit setzt sich z.B. auch der Verein Queere Bildung e.V. ein, z.B. zur Bildung über geschlechtliche und sexuelle Vielfalt an Schulen und Arbeitsplätzen: “Queere Bildungsarbeit setzt sich für eine Gesellschaft ein in der lesbische, bisexuelle, asexuelle, schwule, trans*, inter*, heterosexuelle und queere Lebensweisen gleichberechtigt gelebt werden können und uneingeschränkte Akzeptanz finden.” Der Dachverband vereint dabei u.a. regionale Anlauf- und Beratungsstellen. Hier gibt es mehr zu erfahren.

Eine ganz tolle, interaktive Karte stellt auch die Webseite Mein Geschlecht zur Verfügung. Hier kann nach Bundesländern gefiltert werden. Enthalten sind hier z.B. auch Selbsthilfegruppen. Hier geht es zur interaktiven Karte.

Ein ganz wichtiger Punkt ist – auch oder vor allem durch den Krieg in der Ukraine – der Umgang mit queeren Flüchtlingen, sowie die Aufklärung über Hilfe- und Beratungsstellen. Die Initiative Queer Refugees Deutschland des LSVDs bietet hierfür unter queer-refugees.de tolle Informationen und Materialien an.

you are equal.

you are loved.

be proud.

stay proud.

(1) Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich.
(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin.
(3) Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.
- Art. 3 GG

Ohne die wertvolle Arbeit tausender und abertausender Menschen, die sich getraut haben, auf die Straße zu gehen, ihre Rechte einzufordern und für alle zu kämpfen, wären wir heute nicht dort, wo wir sind. In Deutschland genießen wir die Ehe für Alle samt aller ihrer Rechte, Straffreiheit und Entschädigung für LGBTQ*, die stetige Öffnung des Adoptionsrecht für queere* Familien und noch so viel mehr. Und der Einsatz all dieser Menschen wird nicht aufhören, bis alle – und wirklich alle – die gleichen Rechte haben. Nicht mehr. Aber auch nicht weniger.

Sei nicht nur ein Kämpfer für dich selbst, sondern auch für andere. Vielleicht braucht jemand dein Vertrauen; deine Fürsorge oder deine Liebe. Und wenn du die Möglichkeit hast: schenke genau das. Viele Menschen trauen sich bis heute nicht, zu ihrem offenen, “echten” Ich zu stehen. Aus Angst vor Verfolgung, Hass, Demütigung oder Kündigung (auch wenn das “offiziell” nicht möglich ist). Sei daher einfach nur “da”.

Du brauchst Hilfe?

Die Telefonseelsorge ist 24/7 bundesweit kostenfrei aus allen Fest- und Mobilfunknetzen erreichbar.

0800 111 0 111
0800 111 0 222
116 123
oder per Chat (Klick)

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