Retinol und was es dazu zu wissen gibt

 Kategorien: Magazin
  Montag, Jan 11

retinol

Retinol ist ein immer beliebter werdender Wirkstoff, der gerade in Anti-Aging Produkten einen Boom erlebt. Doch häufig treffen wir hierbei auf inkorrekte oder nur teilweise korrekte Angaben in Bezug auf Wirkung, Wirkversprechen und auch Anwendung. Wir möchten hier gerne einige Informationen dazu bereit stellen, was Retinol ist, wo es herkommt und wie es angewendet wird.

Retinol wird vielfach vereinfacht als Vitamin A bezeichnet. Das ist auch korrekt, jedoch zählen mehrere Stoffe zu dieser Gruppe. Besonders hohe Mengen an Retinol finden sich vor allem in tierischen Lebern, jedoch auch in vielen unterschiedlichen Früchten und Gemüsesorten. Besonders Rohstoffe mit hohem Beta-Carotin-Anteil enthalten hohe Mengen Retinol, darunter z.B. Tomaten, Spinat und Orangen.

Wirkung

Retinol arbeitet vor allem in der obersten Hautschicht und sorgt dort für eine intensive Zellregeneration. Dabei hilft Retinol der Haut dabei, neue Zellen zu erschaffen und unnötige Zellen abzustoßen. Häufig resultiert daher auch in der ersten Anwendungszeit ein pellen der Haut daraus. Außerdem hilft Retinol bei der Bildung von Kollagen, einem immens wichtigen Bestandteil der gesamten Hautstruktur, der für den Schutz und die Bildung neuer Zellen immens wichtig ist. Da der Körper bereits in den Zwanzigern mit der Produktion abnimmt, hilft Retinol dabei, diesen Prozess zu unterstützen.

Anwendungsgebiete

Retinol wird vor allem als Anti-Aging Wirkstoff angepriesen. Das stimmt auch, vor allem wegen seiner immens antioxidativen Wirkung. Hierbei schützt Retinol bei freien Radikalen. Es kommt aber nahezu allen Hauttypen zu Gute und wird unter anderem auch in der Akne-Therapie angewendet. Zwar unterscheidet sich bei einer solchen Therapie die Wirkstoffmenge und vor allem auch die Form des Retinols gegenüber den frei verkäuflichen Produkten, jedoch ist die Wirkung ähnlich.

Retinol kann bei diversen Hautschäden positiv wirken. So unter anderem bei bereits entstandenen Falten und sichtbaren Rillen, aber auch bei vergrößerten Poren, einem unebenen Hautbild oder aber auch Schäden durch UV-Licht. Indem es gleich mehrere Prozesse anzielt, kann es rundum gezielt wirken.

Wie macht sich Retinol sichtbar?

Retinol verändert nicht nur innerlich, sondern auch äußerlich die Beschaffenheit der Haut. So werden Poren verkleinert, das Hautbild wirkt deutlich geradliniger und ebener, außerdem werden Rötungen und Unreinheiten gezielt bekämpft. Gerade bei angegriffener, reifer oder unter Akne leidender Haut beginnt Retinol gezielt bei den Verursachern der Symptome, als nur das optische Problem zu lösen.

Unter anderem ändert sich auch der Hautton der Haut. Er wirkt gleichmäßiger in einer einheitlichen Farbe, während Pigmentstörungen gezielt angegriffen und nach und nach gemildert werden. Auch beispielsweise Altersflecken lassen sich dadurch bekämpfen.

Retinol richtig anwenden

Besonders häufig treffen wir auf Probleme bei der Anwendung. Retinol ist wahnsinnig empfindlich und muss daher nach einer gezielten Routine aufgetragen und angewendet werden.

Die Haut sollte zunächst gründlich gereinigt werden. Dabei sollte sie völlig frei von Makeup, Öl und Rückständen sein und zudem auch vollständig getrocknet sein. Die Haut darf dabei keine Restfeuchtigkeit besitzen. Zwischen dem abtrocknen der Haut und dem auftragen des Serums dürfen daher gerne einige Minuten vergehen.

Wichtig ist im Anschluss, dass nach dem Auftragen von Retinol mindestens 15 Minuten vergehen. Retinol ist wahnsinnig empfindlich und benötigt viel Zeit, um vollständig einzuziehen. Es ist außerdem wasserlöslich, sodass die Konzentration und Wirkung bei feuchter Haut immens verringert wird. Bevor also Cremes oder weiterführende Pflegeprodukte aufgetragen werden, sollte Retinol vollständig einziehen können. Grundsätzlich geht man hier von etwa 15 Minuten aus. Wichtig ist: die Haut sollte vollständig trocken sein und während der Wartezeit auch nicht in Berührung mit Feuchtigkeit oder weiteren Produkten kommen. Erst nach Ablauf der Zeit sollten weitere Produkte angewandt werden.

Wichtig anzumerken ist auch, dass Retinol oft im Verbund mit weiteren Wirkstoffen besser wirkt. Peptide, Ceramide oder aber auch Feuchtigkeitsspeicher, wie Hyaluronsäure, eignen sich daher optimal, um im Verbund mit Retinol bessere Ergebnisse zu erzielen. Außerdem können hierdurch mehrere Barrieren gleichzeitig angezielt werden.

Nach dem Auftrag

Retinol sollte vorzugweise einmal am Tag, idealerweise am Abend, aufgetragen werden. Wichtig ist bereits mit der ersten Anwendung von Retinol der Schutz vor UV-Strahlung. Retinol macht die Haut empfänglich für Sonnenstrahlen und reduziert auch den hauteigenen Schutz, wodurch die Empfindlichkeit immens erhöht wird. Direkt mit der ersten Anwendung sollte daher ganzjährig ein Lichtschutzfaktor von mindestens 30 angewendet werden, um einen konstanten Schutz zu gewährleisten. Im Sommer sollte dieser Schutz höher sein und zudem auch regelmäßig erneuert werden.

Anwendungsdauer

Was alle falsch machen ist die Dauer der Anwendung. Da Retinol zwar schnell wirkt, jedoch immer wieder neue Prozesse anfeuert, kann erst nach 6 Monaten mit einem entsprechenden Ergebnis gerechnet werden. Retinole sollten daher mindestens 6 Monate lang verwendet werden, bevor man sich ein Urteil fällt. Schon wenige Wochen können einen extremen Unterschied aus machen.

Intoleranzen

Es ist bei Retinol üblich, dass sich das Hautbild zunächst verschlimmert. Auch wird häufig von einem brennen berichtet, was ebenso üblich ist und selbst bei niedrigen Konzentrationen gehäuft vorkommt. Deshalb ist es wichtig, eine tiefgehend feuchtigkeitsspendende Pflegeroutine zu integrieren, um die Haut gerade in der Anfangszeit zu beruhigen.

Rötungen, ein leichtes brennen, sowie eine Verschlechterung des Hautbildes sind mehr als üblich. Sie kommen nahezu bei jeder Erstanwendung vor und halten sich auch über einige Zeit. Grund dafür ist vor allem das wirken an mehreren Stellen und in mehreren Ebenen der Haut. Das brennen sollte in der Regel nach einigen Tagen verschwinden, sobald die Haut eine Toleranz aufgebaut hat, während Rötungen sich durchaus über mehrere Wochen halten können, jedoch nie schmerzhaft sein sollten.

Die Anwendung sollte gar nicht bei einer Vitamin A- oder Retinol/Retinoid/Retinylester-Allergie begonnen werden. Abzubrechen ist die Anwendung bei Schmerzen und Entzündungen. Wenn die Haut stark negativ auf Retinol reagiert, z.B. bei schmerzhaften Rötungen, die sich halten, Entzündungen oder aber auch schweren Hautablösungen, sollte die Anwendung sofort unterbrochen werden.

Konzentration

Damit die Haut optimal auf Retinol reagiert und sich der Langzeiteffekt bestmöglich hält, sollte ein Serum integriert werden, also ein Zwischenschritt zwischen Reinigung und Pflege. Außerdem sollte stets mit kleinen Konzentrationen begonnen werden. Retinoide sind inzwischen bis zu einem 5%-Komplex erhältlich, beginnen jedoch schon ab 0,1%. Zunächst sollte mit einer extrem geringen Konzentration begonnen werden und im Zuge dessen auch in sehr kleinen Schritten erhöht werden. Beginnt man mit 0,1% und wechselt direkt zu 1%, kann das schlimme Folgen haben.

Es ist daher gerade bei Seren empfehlenswert, Klein- und Reisegrößen zu kaufen, anstelle der großen Dosierungen, wenn man schrittweise aufbauen möchte. Es ist aber auch durchaus möglich, niedrig konzentrierte Lösungen dauerhaft anzuwenden. Es gibt positive Berichte von beiden Seiten: denen, die schrittweise die Konzentration erhöhen und denen, die bei einer Konzentration bleiben. Gerade empfindliche Hauttypen sollten mit bei einer niedrigen Konzentration bleiben.

Therapien

Ganz klar zu unterscheiden ist zwischen den freien und rezeptpflichtigen Produkten. Retinoide, die frei erhältlich sind, unterscheiden sich erheblich von Produkten, die beispielweise zur Akne-Therapie angewendet werden. Nur auf ärztlichen Anrat sollten rezeptpflichtige Formeln in die Pflege integriert werden. Und generell heißt es: wenn nicht vom Arzt verordnet, Finger weg!

Zur Anwendung kommt hierbei eine direkte Form der Retinoide, dass Tritenoin. Als Handelsnamen kennt man aus den USA z.B. Ruacutane, in Deutschland Aknenormin oder einfach Isotretinoin. Dieser wirkt besonders extrem und übt sich auf den gesamten Körper aus. Er wirkt an zentralen Stellen der Haut, vor allem auch bei den Talgdrüsen, weshalb mit der Therapie oft auch trockene Haut einher geht, die gesondert behandelt werden muss. Er hat außerdem immense Nebenwirkungen, weshalb er ausschließlich auf Rezept und auf ärztliche Verordnung angewendet werden darf. Hierbei ist vor allem eine gründliche und intensive Aufklärung notwendig.

Empfehlungen

Wir empfehlen persönlich ein Serum. Es passt nicht nur zur idealen Anwendung, da zwischen Reinigung und Creme das Retinol erst noch einziehen muss, sondern es lässt sich auch am einfachsten in eine bestehende Routine integrieren.
Für uns ist die goldene Mitte ein Serum mit einer Konzentration von 0,5% über einen längeren Zeitraum. Es ist relativ sanft zur Haut, bildet wenig Irritationen und wird von der Haut zudem sehr schnell angenommen. Grundsätzlich empfehlen wir auch, bei dieser Konzentration zu bleiben. Eine Steigerung ist damit in den meisten Fällen gar nicht notwendig. Da jedoch jede Haut unterschiedlich ist, greifen wir auf den Tipp von oben zurück: mit kleinen Konzentrationen ausprobieren und dann festlegen. Die meisten Marken bieten Probier- oder Reisegrößen ihrer Produkte an.

Da Retinole unter anderem auch aus tierischen Ursprüngen stammen können (z.B. Leber), empfehlen wir pflanzliche Seren. Hierbei werden Retinole z.B. aus nicht verkäuflichen Speiseresten, wie Gemüse oder Früchten gewonnen, unterscheiden sich in der Wirkung aber überhaupt nicht von der aus tierischen Ursprung.

Wir empfehlen vor allem das Retinol 0,5% in Squalan von The Ordinary. Squalan ist ein reichhaltiges Neutralöl, dass neben dem Retinol eine immense Portion Feuchtigkeit spendet. Du findest es z.B. bei Douglas (8,30€ für 30ml).

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