Über Erkältungen, Desinfektionsmittel und Händewaschen

 Freitag, 17. Dezember 2021

erkältung kneipp

 

Dieses Produkt wurde uns freundlicherweise von Kneipp zur Verfügung gestellt.

Zur Webseite von Kneipp

Das ich mit Kneipp zusammen arbeite, wisst ihr ja bereits. Kneipp stellt uns “VIP-Autoren” regelmäßig Produkte zur Verfügung, teilt uns Informationen rund um das Unternehmen mit und unterstützt uns mit Gewinnspielen. Normalerweise erstelle ich Reviews für und mit Kneipp, aber vor ein paar Wochen hat Kneipp die Autoren, also auch mich gefragt, ob wir uns einem bestimmten Thema widmen möchten. Interessierte konnten sich melden und ich fand das Thema Erkältung interessant, da ich so oder so im Winter ein bisschen mehr auf das Thema Hygiene eingehen wollte.

Für das Thema hat mir Kneipp vier Produkte zur Verfügung gestellt und sie werden natürlich auch in diesem Beitrag gefeatured. Aber auch unabhängig davon, hätte ich diesen Beitrag in einer ähnlichen Form veröffentlicht. Es geht mir vor allem um ein Thema: Handhygiene.

In den letzten Monaten werde ich mit einem Produkt zugeballert: Desinfektionsmittel. Hunderte – und ich meine wortwörtlich – hunderte Anzeigen und Marken wurden mir präsentiert. Und jede Anzeige ist frecher, als die davor.

Desinfektionsmittel sind essenziell, das ist keine Frage. Der gesamte Gesundheitsbereich würde ohne Desinfektionsmittel schlichtweg kollabieren. Sie sind effektiv, indem die Bakterien und Viren durch Ethanol, also reinem Alkohol, abtöten. Bis zu 99,99% aller Bakterien und Viren können dadurch getötet werden.

Eine 100%ig tötende Lösung gibt es nicht. Keime, Bakterien und Viren bilden immer wieder Resistenzen – gegen Antibiotika, aber eben auch Alkohol. Deshalb gibt es offiziell kein Desinfektionsmittel, dass zu 100% tötet.

Etwas, was bei Desinfektionsmitteln aber häufig vergessen wird zu sagen ist, wie unnötig sie eigentlich sind (dazu gleich mehr) und wie sehr sie schaden. Denn der extrem hohe Alkoholgehalt, der gerne mal die 70% Grenze übersteigt, entzieht unserer Haut und dem essenziellen Schutzmantel unserer Haut Feuchtigkeit, macht ihn durchlässig und angreifbar.

Gesundheitsbehörden und die gesamte Wissenschaft kommt zum Ergebnis, dass Desinfektionsmittel durchaus praktisch sind, z.B. unterwegs, wenn keine Möglichkeit zum Händewaschen besteht; aber wenn möglich immer die Hände gewaschen werden sollen. Und hier beginnt gleich auch die “Promo” mit den Kneipp-Seifen (die ich tatsächlich schon seit Jahren liebe, HIER gibt’s Beiträge aus der Vergangenheit).

Jetzt kommen wir zu meiner Aussage, dass Desinfektionsmittel unnötig sind. Desinfektionsmittel haben, wie oben bereits gesagt, durchaus ihren Zweck. Vor allem in Krankenhäusern und Arztpraxen, wo eine schnelle, hygienische Desinfektion notwendig ist und eben nicht alle 30 Zentimeter ein Waschbecken steht.

Was viele aber vergessen – und das sieht man auch häufig im Panikkauf von Desinfektionsmitteln während der Corona-Pandemie – ist, dass Hände waschen die erste Wahl ist. Gründliches Händewaschen reinigt, tötet Bakterien, Keime und Viren und hat zudem noch den Vorteil, dass auch Schmutzpartikel gründlich entfernt werden.

Die WHO, sowie die gesamte medizinische Fachliteratur beschreibt, dass ein gründliches Händewaschen mit einer ganz einfachen Seife, ob nun auf Sulfaten, Isethionaten oder verseiften Ölen bestehend, die Hände effektiv und gründlich reinigt.

Hierzu gibt es auch eine kleine Eselsbrücke: empfohlen wird, die Hände anzufeuchten, die Seife aufzuschäumen und 20-30 Sekunden lang gründlich in den Händen, insbesondere zwischen den Fingern und Fingergliedern einzumassieren und im Anschluss so gründlich abzuwaschen, dass das Wasser klar ist. Ca. 30 Sekunden dauert das singen des englischen “Happy Birthday”. Zwei Mal im Kopf “Happy Birthday to you…” trällern erfüllt die Vorgaben und Empfehlungen der WHO und der Gesundheitsämter.

Was mich an diesem Thema so sauer macht ist, dass Desinfektionsmittel auf einmal ein Luxusprodukt wurden, aus dem ganze Unternehmen und Marken entstanden sind. So sehe ich auf Instagram regelmäßig Anzeigen, die hunderte Likes haben, mit einer 30ml Flasche für 9,90€. Oder “Vorteilspacks”, bestehend aus 2x50ml für 29,90€. Das sind horrende Preise, die von einer Vielzahl frisch gegründeter “Desinfektions-Startups” in den Feed gespült werden.

Geworben wird mit “beruhigenden Formeln”, u.a. beigesetzt mit Aloe Vera-Saft, -puder oder -extrakt. Doch was nicht gesagt wird: die horrende Menge an Ethanol und häufig zusätzlich antibakteriellen Wirkstoffen, neutralisiert auch die Wirkung von Aloe Vera und Co. Selbst der beste, grünste und Bio’ste Aloe Vera-Saft kommt nicht gegen eine 70%ige Ethanol-Mischung an. Es ist Greenwashing, dass suggerieren soll, dass man sich mit 70% Alkohol auch noch etwas Gutes auf die Hand schmiert.

Nicht falsch verstehen: ihr dürft Desinfektionsmittel gerne anwenden und ihr solltet es auch, wo immer angebracht. Bei mir z.B. wenn ich mehrere Türklinken anfassen musste oder im Bus hin und her tingeln musste. Hier ist ein Desinfektionsmittel praktisch und effektiv. Aber sobald dann wieder ein Waschbecken mit Seife zur Verfügung steht, nutze ich natürlich Seife.

Wer konstant und wiederholt Desinfektionsmittel nutzt, gerade jetzt in der Kältezeit, wo unsere Haut durch Heizung und eiskalter Luft zu Rissen und Trockenheit neigt, tut sich damit nichts Gutes. Desinfektionsmittel sind immer eine kurze, schnelle Lösung, ersetzen aber nicht das essenzielle: gründliches Händewaschen mit Seife.

Übrigens: Desinfektionsmittel lassen sich ziemlich einfach selbst und extrem günstig herstellen. Alles, was ihr benötigt sind diese Zutaten:

  • 830 ml Ethanol (96%) oder 750 ml Isopropylalkohol (99,8%)
  • 45 ml Wasserstoffperoxid 3%
  • 15 ml Glycerin 98%
  • 110 ml destilliertes oder abgekochtes und abgekühltes Wasser

Quelle: Südwestrundfunk

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The Plug
Ich baue die Kneipp-Seifen einfach mal hier ein. Wer gooloo.de schon etwas länger liest, hat meine Beiträge zu den Kneipp-Seifen wahrscheinlich schon mal gesehen. Insbesondere zur Variante “Lebensfreude”, die ich vor ca. zwei Jahren absolut gefeiert habe. Der ultra-fruchtige, frische und zitrische Duft mit dieser dicken, cremigen Formel hat mich einfach absolut begeistert. Und wenn ich die Seife mal zufällig sehe, kaufe ich sie mir auch.

Kneipp hat die Flaschen neu aufgesetzt. Statt der runden, klobigen Seifenspender sind sie jetzt schlank und haben “Style”. Das Design wurde modernisiert, die Formeln sind aber gleich geblieben. Und es gibt neue Varianten.

Meine liebste Variante ist Litsea Cubeba + Zitrone. Hier ist wieder dieser ultra-leckere, zitrisch-fruchtige Duft, der sich zudem auch noch wahnsinnig lange hält. Direkt darauf gefolgt kommt die Cremeseife Mandelblüten Hautzart. Sie hat einen höheren Öl-Anteil und enthält mehr Sheabutter; auch die Konsistenz ist deutlich dicker und kräftiger. Ich fand sie auch etwas milder, als die beiden anderen Seifen, die ich zur Verfügung gestellt bekommen habe; da sie auch auf die trockene Haut abzielt, ist das aber auch nicht verwunderlich.

Es gibt noch eine dritte Seife, aber die ist nicht ganz mein Fall. Der Duft ist Rosmarin und Wasserminze; ein sehr frischer, kräftiger Duft, der aber nicht ganz so mein Typ ist. Aber: wer diesen Duft eher mag und die Süße von Mandelblüten oder aber das zitrische von Litsea Cubeba und Zitrone nicht mag, ist mit dieser gut bedient.

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Erkältung
Wie eingangs erwähnt, dreht es sich in diesem Beitrag vor allem um die Erkältung. Mit den Desinfektionsmitteln bin ich etwas abgeschliffen, aber das Thema wollte ich unbedingt ansprechen, weil niemand auf überteuerte Desinfektionsmittel reinfallen sollte, wenn eine Seife von Kneipp und Co. ebenso effektiv ist.

Aber wir sind in der Erkältungszeit. Und in einer weltweiten Pandemie. Und hier kommen natürlich auch Ängste hervor. Der Winter ist eine typische Erkältungszeit und viele machen sich Sorgen, wie man damit umgehen soll. Allem voran: keine Schuld geben und nicht verzweifeln. Niesen ist nicht gleich Corona. Aber es ist natürlich mehr Vorsicht geboten, als sonst typisch.

Selbttests sind daher bei mir zuhause immer auf Vorrat. Nicht nur für mich, sondern vielleicht auch mal für eine Freundin, die sich nicht so wohl fühlt oder wie vor Kurzem für meine Mama, die keinen mehr hatte. Alle sind bislang immer negativ zurück gekommen – zum Glück.

Wer sich aber erkältet fühlt, sollte den Euro für einen Selbsttest ausgeben, um sicher zu gehen. Oder sich bei einer Teststelle telefonisch melden, um zu fragen, ob ein Test möglich wäre. Der Test kommt negativ zurück? Super! Ganz ehrlich, ich freue mich. Jetzt geht es darum, die Erkältung zu bessern.

Ich bin bei einigen ätherischen Ölen und Aromatherapie-Ansätzen kritisch, aber tatsächlich kenne ich Kneipp’s Erkältungsprodukte schon von Kind auf. Und sie helfen nachweislich. Das gilt mindestens für die Erkältungs-Serie, die auf Öle setzt, die seit Jahrhunderten zur Linderung benutzt werden.

Im Paket für diesen Beitrag war daher auch die Erkältungsdusche dabei. Sie enthält Menthol und Minzöle. Der Duft ist mir normalerweise zu stark und intensiv; aber im Winter habe ich tatsächlich ein, zwei Flaschen im Regal stehen. Denn sie wirken.

Nicht nur unter der Dusche, sondern auch in Tees und Kapseln wirken Minzöle und Menthol schleimlösend und atemwegsbefreiend. Schon eine Dusche kann dabei helfen, die Atemwege zu öffnen. Grund dafür ist eine Reaktion auf die intensiven Duftwolken, die Minze und Menthol mit sich bringen.

Als Kind hat mir meine Mama auch immer ein Kneipp-Bad bereitet, wenn ich erkältet war. Mit schön heißem Wasser und ein paar Tropfen des Erkältungsbades lag ich vor mich hin, habe die Hitze des Wassers genossen und den erfrischenden, kühlenden Effekt des Menthols. Gerade in der “aktiven Zeit”, wenn die Atemwege schön blockiert sind, können solche Bäder und Duschen helfen.

Aber auch abseits von Kneipp gibt es Kapseln und Pillen, die bei Atemwegsblockierungen helfen. Ich habe z.B. die Minzöl-Kapseln von dm’s Eigenmarke im Winter konstant auf Vorrat. Sie schmecken scheußlich, weil sie so extrem intensiv sind und sie sorgen dafür, dass sich der Hals wie die Antarktis anfühlt, aber sie helfen.

Gut zu wissen
Wichtig bei der Anwendung ätherischer Öle ist aber, dass sie Allergien auslösen können und häufig auch unentdeckt bleiben, wenn man sich nicht auf Allergien hat testen lassen. Es ist daher Vorsicht geboten. So gut ein schönes Minzöl-Bad auch sein kann, man darf nicht vergessen, dass es sich um hochkonzentrierte, reine Ölmischungen handelt, die eben auch Allergien auslösen können. Vor der Anwendung ist daher dringend zu beachten oder zu klären, ob eine Allergie vorliegt.

Auch ein Patchtest kann helfen. Dafür wird eine klitzekleine Menge eines Produkts auf eine unauffällige, gut geschützte Stelle, z.B. hinter dem Ohr, aufgetragen und verbleibt dort für 24 Stunden. Ist keine Rötung, Juckreiz, o.Ä. feststellbar, ist man “Good to go”. Denn in dieser Zeit hätte sich eine Allergie in den meisten Fällen gezeigt.

Wer sich unsicher ist, ob eine Allergie vorliegt, sollte beim Hausarzt nachfragen, einen Allergietest beim Allergologen oder Dermatologen machen, oder vielleicht auch die Eltern fragen. Denn häufig werden Allergien schon im Kindesalter getestet.

Warum hilft Minze?
“An der Bronchialschleimhaut gibt es zwei Arten von Drüsenzellen, die mukösen Drüsenzellen, die an der pathologischen Absonderung von hochviskösen Sekreten beteiligt sind, und die serösen Drüsen­zellen, die dünnflüssigen Schleim sezernieren. Die Drüsenzellen erledigen zusammen mit den Zilien Schleimbildung und Schleimtransport und spielen so eine essenzielle Rolle bei der Selbstreinigung der Lunge, der mukoziliären Clearance.

Die ätherischen Öle stimulieren vorwiegend die serösen Drüsenzellen, weniger die mukösen Drüsenzellen. Somit ändern sich Volumen und Zusammensetzung des Bronchial­sekrets: Einerseits wird das Sekret flüssiger, wodurch das Abhusten erleichtert wird, andererseits wird durch die Volumenzunahme der Abhustreflex ausgelöst. Ätherische Öle wirken also als Sekretolytika (erhöhte Sekretion der serösen Drüsenzellen) und als Sekretomotorika (Steigerung der mukoziliären Clearance).”
(Quelle: Deustche Apotheker Zeitung)

Abschluss
Kommen wir allmählich zum Abschluss. Die Erkältungszeit kann gerade in einer Pandemie erhlich beängstigend sein. Und ja, es ist Vorsicht geboten. Bei Erkältungssymptomen heißt es: Kontakt vollständig vermeiden; Corona-Status abklären und erst dann in die Behandlung gehen. In leichten Erkältungsfällen helfen Bäder und Duschen alleine. Doch manchmal ist ein Infekt so stark, dass er weiter behandelt werden muss.

Bei nicht-entzündlichen Infekten, bei der die Atemwege nicht so drastisch blockiert sind, aber sich enger anfühlen, können Minzöl-Kapseln und -tabletten helfen. Apothekerinnen nehmen sich gerne die Zeit und beraten, welche Optionen am besten sind.

Wenn es aber darüber hinaus geht, sollten Selbstversuche vermieden werden. Bei akuten Atemwegserkrankungen solltet ihr unbedingt zum Arzt. Ich habe häufig gehört, “mit einer Erkältung geht man nicht zum Arzt, sondern macht weiter”, aber dieser Satz ist gefährlich. Hinter einer scheinbaren Erkältung kann sich durchaus Schlimmeres verstecken. Bei akuten Fällen ist also zwingend der ärztliche Rat einzuholen.

Wer nicht unter einem Notfall leidet, aber außerhalb von Praxiszeiten schwer erkrankt und Hilfe benötigt, findet Hilfe übrigens bundesweit kostenfrei unter der 116 117; der Telefonnummer der kassenärztlichen Vereinigung, die Anlaufstellen und Notarztpraxen vermitteln kann. Im aktuen Notfall und bei lebensbedrohlichen Zuständen gilt: 112 anrufen.

Übrigens: ein heißer, frisch aufgebrühter Kräutertee kann tatsächlich den ein oder anderen Keim abtöten. Viele Kräutertees haben sich sehr gesundheitsfördernd gezeigt. Also darf im Winter gerne öfters zum Teekessel gegriffen werden. Pro-Tipp: lose, frische Kräutermischungen schmecken häufig besser. Hier lohnt es sich tatsächlich, ein oder zwei Euro mehr zu bezahlen.

Und wie immer gilt, dass eine ausgewogene Ernährung, die Zufuhr von Vitaminen und Mineralien aus Obst und Gemüse essenziell sind. Zwar kann man damit keine Krankheiten bekämpfen, aber das Immunsystem insoweit aufrüsten, dass es den ein oder anderen Infekt besser oder schneller beheben kann. Und auch wenn es keiner hören mag, aber Sport hilft nicht nur beim Gewicht, sondern auch immens in der Entwicklung des Immunsystems.

Und damit wünsche ich euch eine hoffentlich infektfreie Erkältungszeit ohne überteuerte Desinfektionsmittel.

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