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Kinderkleidung muss im Alltag ziemlich viele Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Morgens soll schnell ein passendes Outfit gefunden werden, in Kita oder Schule wird gespielt und getobt, am Nachmittag geht es vielleicht noch auf den Spielplatz und zwischendurch ändert sich auch noch das Wetter.
Dazu kommt: Kinder wachsen. Was vor einigen Monaten noch gut gepasst hat, kann plötzlich zu kurz oder zu eng sein.
Ein gut gefüllter Kleiderschrank bedeutet deshalb nicht automatisch, möglichst viele Kleidungsstücke zu besitzen. Viel wichtiger ist eine Auswahl, die zum Alltag des Kindes passt und sich untereinander gut kombinieren lässt.
Mit etwas Planung lässt sich eine Garderobe zusammenstellen, bei der morgens deutlich weniger gesucht werden muss.
Der Alltag sollte bestimmen, was im Schrank liegt
Bevor neue Kleidung gekauft wird, lohnt sich eine einfache Frage: Was macht das Kind eigentlich die meiste Zeit?
Bei einem Kindergartenkind sieht die Antwort anders aus als bei einem zwölfjährigen Schulkind. Während bei kleineren Kindern praktische Kleidung für Spielen, Essen und Bewegung häufig im Mittelpunkt steht, entwickeln ältere Kinder zunehmend ihren eigenen Stil und möchten bei der Auswahl stärker mitentscheiden.
Auch Hobbys und Freizeit spielen eine Rolle.
Wer nach der Schule häufig draußen unterwegs ist, hat möglicherweise andere Anforderungen als ein Kind, das mehrere Nachmittage pro Woche beim Sport verbringt.
Die Garderobe sollte deshalb nicht nach einer allgemeinen Checkliste aufgebaut werden, sondern nach dem tatsächlichen Alltag.
Basics sind das Fundament
Prints, besondere Farben und auffällige Designs machen Kinderkleidung interessant. Trotzdem sind es oft die einfacheren Kleidungsstücke, die eine Garderobe wirklich flexibel machen.
Dazu gehören beispielsweise:
- T-Shirts
- Langarmshirts
- Sweatshirts
- Pullover
- Jeans und andere Hosen
- Jogginghosen
- Leggings
- Unterwäsche
- Socken
- Nachtwäsche.
Diese Teile lassen sich meistens unkompliziert miteinander kombinieren und bilden die Grundlage für verschiedene Outfits.
Das bedeutet natürlich nicht, dass ein Kinderkleiderschrank nur aus unauffälligen Farben bestehen muss. Im Gegenteil: Basics sorgen gerade dafür, dass auffällige Kleidungsstücke einfacher eingesetzt werden können.
Ein buntes Sweatshirt funktioniert beispielsweise gut mit einer schlichten Jeans. Eine Hose mit Print kann mit einem einfachen Oberteil kombiniert werden.
Lieber kombinieren als komplette Outfits kaufen
Ein häufiger Grund für einen überfüllten Kleiderschrank ist, dass Kleidung immer als fertiges Outfit gekauft wird.
Zu einem neuen Oberteil kommt eine passende Hose, dazu vielleicht noch eine Jacke. Beim nächsten Einkauf beginnt das Ganze erneut.
Praktischer ist es, einzelne Kleidungsstücke auszuwählen, die mit mehreren bereits vorhandenen Teilen funktionieren.
Vor dem Kauf kann deshalb ein kleiner gedanklicher Test helfen:
Mit welchen drei Dingen aus dem Kleiderschrank lässt sich dieses Kleidungsstück kombinieren?
Fallen direkt mehrere Möglichkeiten ein, ist das meist ein gutes Zeichen.
Müssten dagegen erst noch weitere Kleidungsstücke gekauft werden, damit das neue Teil überhaupt getragen werden kann, lohnt sich vielleicht ein zweiter Blick.
Kita-Kleidung darf unkompliziert sein
Gerade im Kindergarten geht es selten darum, ein Outfit den ganzen Tag perfekt aussehen zu lassen.
Es wird gemalt, gegessen, draußen gespielt und herumgetobt. Außerdem möchten viele Kinder irgendwann anfangen, sich selbst an- und auszuziehen.
Bei Kleidung für die Kita kann deshalb eine unkomplizierte Handhabung hilfreich sein.
Hosen mit einfachen Verschlüssen, Oberteile, die sich gut anziehen lassen, und Kleidung mit ausreichend Bewegungsfreiheit können den Alltag vereinfachen.
Auch Wechselkleidung gehört für viele Familien fest zur Kita-Ausstattung. Hierfür müssen nicht unbedingt besondere Outfits reserviert werden. Oft reichen einige zusätzliche Basics, die sich problemlos miteinander kombinieren lassen.
Schulkinder wollen zunehmend selbst entscheiden
Spätestens im Schulalter wird Kleidung für viele Kinder stärker zu einer Frage des persönlichen Geschmacks.
Bestimmte Farben werden plötzlich besonders wichtig, einzelne Kleidungsstücke werden zu Favoriten und andere verschwinden trotz bester Absichten der Eltern dauerhaft im Schrank.
Deshalb kann es sinnvoll sein, Kinder beim Einkauf einzubeziehen.
Eltern können beispielsweise festlegen, was benötigt wird: zwei neue Hosen, einige Shirts und vielleicht ein Sweatshirt. Innerhalb dieser Kategorien kann das Kind anschließend Farben, Prints oder Modelle auswählen.
So bleibt der Einkauf strukturiert, ohne den eigenen Geschmack des Kindes zu ignorieren.
Kleidung nach Altersgruppe suchen
Gerade beim Online-Shopping kann es hilfreich sein, direkt nach der passenden Altersgruppe zu suchen. Dadurch wird das Sortiment übersichtlicher und Größen sowie Modelle lassen sich schneller eingrenzen.
NAME IT unterteilt seinen deutschen Onlineshop beispielsweise in Baby von 0 bis 18 Monaten, Mini von etwa 1½ bis 8 Jahren, Kids von 6 bis 14 Jahren sowie Teen. Dort lässt sich kinderbekleidung unter anderem nach Kategorien wie Oberteilen, Jeans, Hosen, Sweatshirts, Strick, Kleidern und Outdoor-Bekleidung durchsuchen.
Gerade wenn mehrere verschiedene Kleidungsstücke fehlen, kann eine solche Kategorisierung praktisch sein. Statt wahllos durch einzelne Produkte zu scrollen, lässt sich gezielt prüfen, was im Kleiderschrank noch ergänzt werden sollte.
Der Lagenlook macht wechselhaftes Wetter einfacher
An einem typischen Tag können sich die Temperaturen deutlich verändern. Morgens ist es kühl, mittags wärmer und am späten Nachmittag wird wieder eine zusätzliche Schicht benötigt.
Hier sind mehrere kombinierbare Lagen praktisch.
Ein T-Shirt oder Langarmshirt kann beispielsweise mit einem Sweatshirt, Pullover oder einer Strickjacke ergänzt werden. Darüber kommt je nach Wetter die passende Jacke.
So lässt sich ein Outfit leichter an unterschiedliche Temperaturen anpassen.
Gleichzeitig bedeutet das, dass einige Kleidungsstücke über mehrere Jahreszeiten hinweg genutzt werden können. Ein T-Shirt ist nicht ausschließlich Sommerkleidung, wenn es an kühleren Tagen als unterste Schicht getragen wird.
Nicht zu viele Größen im Voraus kaufen
Wenn Kleidung reduziert ist oder ein besonders schönes Teil entdeckt wird, liegt der Gedanke nahe, einfach eine größere Größe für später zu kaufen.
Bei einzelnen Kleidungsstücken kann das durchaus funktionieren. Eine komplette Garderobe mehrere Größen im Voraus zu planen, ist dagegen schwieriger.
Kinder wachsen nicht nach einem festen Kalender. Außerdem muss berücksichtigt werden, zu welcher Jahreszeit die größere Größe vermutlich passt.
Eine dicke Jacke bringt wenig, wenn sie erst im Hochsommer die richtige Größe erreicht.
Bei stark saisonabhängigen Kleidungsstücken ist es deshalb oft einfacher, näher am tatsächlichen Bedarf zu kaufen.
Outdoor-Bekleidung separat betrachten
Während viele Shirts, Hosen und Sweatshirts miteinander kombiniert werden können, erfüllt Outdoor-Bekleidung eine etwas andere Funktion.
Welche Jacken und zusätzlichen Kleidungsstücke benötigt werden, hängt stark von Jahreszeit, Wetter und Alltag ab.
Vor einem Saisonwechsel lohnt es sich deshalb, diese Kategorie separat zu prüfen.
Passt die vorhandene Übergangsjacke noch? Gibt es die notwendige Kleidung für Regen oder kalte Tage? Und sind die aktuellen Größen noch passend?
So verhindert man, dass erst am ersten richtig kalten oder regnerischen Morgen auffällt, dass etwas Wichtiges fehlt.
Regelmäßig aussortieren bringt mehr Überblick
Kinderkleiderschränke verändern sich laufend. Deshalb lohnt es sich, sie regelmäßig kurz durchzugehen.
Dabei können drei Stapel helfen:
- Passt noch: Kleidung, die aktuell getragen werden kann.
- Bald zu klein: Teile, die noch funktionieren, aber wahrscheinlich demnächst ersetzt werden müssen.
- Zu klein: Kleidung, die aussortiert werden kann.
Nach einer solchen Bestandsaufnahme lässt sich meistens sehr schnell erkennen, was tatsächlich neu gekauft werden muss.
Oft ist nämlich nicht generell „zu wenig Kleidung“ vorhanden. Es fehlt lediglich eine bestimmte Kategorie.
Vielleicht gibt es genügend Oberteile, aber kaum noch passende Hosen. Oder mehrere Sweatshirts sind noch in Ordnung, während die Jacke inzwischen zu klein geworden ist.
Ein guter Kinderkleiderschrank muss nicht riesig sein
Die praktischste Garderobe ist nicht automatisch die größte.
Wenn Oberteile und Unterteile gut miteinander kombinierbar sind, Basics vorhanden sind und besondere Kleidungsstücke gezielt ergänzt werden, können bereits relativ wenige Teile viele verschiedene Outfits ermöglichen.
Hinzu kommt der persönliche Geschmack des Kindes. Denn Kleidung, die theoretisch perfekt in die Garderobe passt, bringt wenig, wenn sie nie getragen werden möchte.
Eine gute Mischung entsteht deshalb aus drei Dingen: dem tatsächlichen Bedarf im Alltag, ausreichend Kombinationsmöglichkeiten und Kleidung, die dem Kind selbst gefällt.
Wer regelmäßig überprüft, was noch passt, und erst danach einkauft, behält leichter den Überblick. So wird der Kinderkleiderschrank nicht zu einer Sammlung spontaner Käufe, sondern zu einer Garderobe, die morgens tatsächlich funktioniert.

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