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Foto: Bianca Ackermann / UnsplashAb September stehen die ersten Kalender im Regal, und von außen sehen sie sich alle ähnlich. Der Unterschied steckt nicht im Karton, sondern in drei Angaben, die auf der Rückseite oder in der Produktbeschreibung stehen: welche Formate drin sind, aus welchen Kategorien die Produkte kommen und wie lange sich das Ganze verwenden lässt.
Originalgröße oder Miniatur
Die erste Frage ist die wichtigste. Ein Kalender kann aus lauter Miniaturen bestehen, aus lauter Originalgrößen oder, was am häufigsten vorkommt, aus einer Mischung. Die Mischung ist meistens die vernünftige Variante: ein paar große Formate, mit denen sich wirklich arbeiten lässt, dazu Miniaturen zum Ausprobieren.Reine Miniaturkalender haben einen Vorteil, der selten genannt wird. Sie sind die einzige realistische Gelegenheit, eine ganze Pflegelinie durchzutesten, ohne sie zu kaufen. Ihr Nachteil ist derselbe in umgekehrter Richtung: Aus einer Probe von wenigen Millilitern lässt sich nicht ablesen, wie ein Serum nach vier Wochen wirkt, und genau dafür sind Seren gemacht.Reine Originalgrößen-Kalender sind dagegen eher ein Sortiment mit Datum. Wer sie kauft, kauft Produkte, die er ohnehin wollte, und bekommt die Türchen dazu.Seit ein paar Jahren kommt ein dritter Typ dazu: der Kalender mit zwölf statt vierundzwanzig Türchen. Er kostet weniger, enthält dafür größere Formate und ist für alle interessant, die vom großen Kalender ohnehin die Hälfte verschenken.
Die Kategorien hinter den Türchen
Schau, wie sich der Inhalt auf die Kategorien verteilt. Die gängigen Zusammenstellungen mischen Gesichtspflege, Haarpflege, Bade- und Duschpflege sowie Make-up, und je nach Gewichtung landet ein völlig anderes Produkt bei dir. Ein Beauty Adventskalender mit Schwerpunkt Pflege enthält Duschgel, Körpermilch und Handcreme, also Dinge, die im Dezember ohnehin aufgebraucht werden. Ein Kalender mit Make-up-Schwerpunkt enthält Farben, und Farben passen entweder oder nicht.Für ein Geschenk ist das die entscheidende Weiche. Pflege trifft fast immer, Make-up trifft nur, wenn du den Hautton kennst.Ein zweiter Blick lohnt sich bei den Accessoires. Haarklammern, Kosmetiktücher oder ein Duschschwamm füllen Türchen, kosten in der Herstellung wenig und verschieben das Verhältnis zwischen Zahl der Türchen und tatsächlichem Produktinhalt. Das ist kein Betrug, aber es erklärt, warum zwei Kalender mit gleich vielen Türchen sehr unterschiedlich ausfallen können.
Das Tiegel-Symbol auf kleinen Größen
Kosmetik trägt entweder ein Mindesthaltbarkeitsdatum oder das Symbol des geöffneten Tiegels mit einer Zahl darin. Beträgt die Mindesthaltbarkeit mehr als 30 Monate, entfällt das Datum, und stattdessen gibt das Tiegel-Symbol an, wie viele Monate das Produkt nach dem Öffnen verwendbar bleibt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit hält außerdem fest, dass das Symbol bei versiegelten Gefäßen, Sprays und Einmalpackungen wegfällt.Für einen Kalender heißt das zweierlei. Erstens steht die Angabe oft nur auf dem Umkarton und nicht auf jeder einzelnen Miniatur. Zweitens läuft die Uhr ab dem Tag, an dem du ein Türchen öffnest, nicht ab dem Kaufdatum.Wer im Dezember zwanzig Tiegel gleichzeitig anbricht, hat im Frühjahr zwanzig angebrochene Tiegel.Wer sichergehen will, notiert das Öffnungsdatum mit Bleistift auf dem Boden des Tiegels. Das klingt pedantisch und ist die einzige Methode, die im März noch funktioniert.
Naturkosmetik im Adventskalender
Bei zertifizierter Naturkosmetik kommt ein Punkt dazu, der bei konventionellen Produkten keine Rolle spielt. Rezepturen ohne Silikone und ohne synthetische Konservierung sind häufig kürzer haltbar, und das steht dann auch so auf der Packung. Das ist kein Mangel, sondern eine Folge der Zusammensetzung: Wo weniger konserviert wird, bleibt weniger Zeit.Praktisch bedeutet es, die Miniaturen nach dem Öffnen einmal durchzusortieren und die kurzlebigen nach vorn zu stellen. Ein Reinigungsschaum, ein Duschgel und eine Handcreme sind bis Februar weg. Ein Gesichtsöl steht sonst bis Ostern im Schrank, und dann stellt sich die Frage, ob es noch riecht, wie es soll.Auch die Reihenfolge im Kalender folgt einer Logik. Die kleinen Formate liegen meist vorn, die großen hinten, damit die letzten Türchen etwas hermachen. Wer den Kalender verschenkt und vorab hineinschauen möchte, schaut deshalb hinten nach, nicht vorn.Wasserfreie Formate sind hier im Vorteil. Feste Shampoos, Ölkonzentrate und Balsame kommen ohne Wasserphase aus und halten deshalb länger als eine Emulsion im Tiegel.
Was im Januar übrig bleibt
Zwei Kalender auf einmal zu kaufen, einen für sich und einen zum Verschenken, geht dagegen selten gut. Der geschenkte Kalender wird ausgesucht wie der eigene, und die Haut der anderen Person kommt in dieser Rechnung nicht vor.Am Ende zählt nicht, wie viele Türchen ein Kalender hatte, sondern wie viele Produkte danach noch benutzt werden. Das lässt sich vorher abschätzen: Zähl die Kategorien, in denen du ohnehin etwas verbrauchst, und rechne den Rest als Zugabe.

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