Zu deutsch: Japanischer Schlangenbart; Maiglöckchenbeere; Maidong). Der Wurzelextrakt ist reich an Steroidsaponinen (Ophiopogoninen), Homoisoflavonoiden, Polysacchariden und Methylophiopogonanon-Verbindungen.
Dermatologisch wurden diese Oligofructane in einer randomisierten, einblinden, placebokontrollierten multizentrischen klinischen Studie (90 Kinder, 144 Erwachsene mit milder bis mittelschwerer atopischer Dermatitis, 60-tägige zweimal tägliche Anwendung) untersucht, die 2019 in Acta Dermato-Venereologica publiziert wurde. Das Ergebnis war eindeutig: Der Ophiopogon-Extrakt reduzierte den SCORAD-Index (ein validerter Score zur Messung von Schweregrad, Erythem, Juckreiz und betroffener Körperfläche) signifikant in beiden Kohorten verglichen mit Placebo.
Mechanistisch verbesserte die topische Anwendung die Konformation und Organisation epidermaler Lipide (Erhöhung des trans-Anteils und asymmetrischer Kettenkonfiguration, was für eine gesunde Hautbarriere charakteristisch ist) und steigerte nachweislich die Konzentration von Harnstoff (Urea) im Stratum corneum – einem zentralen Bestandteil des Natural Moisturizing Factor.
Diese Barriere-stärkende Wirkung ergibt sich aus den Polysacchariden des Extrakts, die auch als Filmbildner und Feuchtigkeitsspeicher direkt auf der Hautoberfläche fungieren. Zudem wird dem Extrakt eine modulierende Wirkung auf Entzündungsmediatoren zugeschrieben, was seine Nützlichkeit bei entzündlichen Hauterkrankungen erklärt. Die Hautverträglichkeit ist ausgezeichnet: In den klinischen Studien wurden keinerlei relevante Nebenwirkungen berichtet; das Sensibilisierungspotenzial ist minimal.