Sodium Lauryl Sulfate (SLS) ist ein weit verbreitetes Tensid (Reinigungsmittel), das in Shampoos, Duschgels und Zahnpasten eingesetzt wird – und gleichzeitig eines der am besten erforschten hautreizenden Substanzen in der Dermatologie.
SLS ist ein kleines Molekül, das tief in die äußere Hautschicht eindringen kann. Dort schädigt es die natürliche Hautbarriere, indem es Proteine verändert und wichtige Lipide (Ceramide) herauslöst. Die Folge: erhöhter Feuchtigkeitsverlust, Rötungen und eine geschwächte Schutzfunktion der Haut – abhängig von Konzentration und Einwirkdauer. Studien zeigen, dass etwa jeder fünfte Mensch in Allergietests auf SLS reagiert; besonders betroffen sind Männer, Personen über 40 sowie Menschen mit berufsbedingten Hautproblemen oder Handekzemen.
Behörden wie die FDA und das CIR stufen SLS als sicher ein – jedoch nur für Produkte, die schnell abgespült werden (Rinse-off). In Produkten, die auf der Haut verbleiben (Leave-on), sollte die Konzentration 1% nicht überschreiten. Für Menschen mit vorgeschädigter Hautbarriere – etwa bei Neurodermitis, Psoriasis oder Rosacea – kann SLS selbst in Rinse-off-Produkten problematisch sein. Ökologisch ist SLS zwar gut biologisch abbaubar, in hohen Konzentrationen jedoch akut wassertoxisch.
Quellen
- Human and Environmental Toxicity of Sodium Lauryl Sulfate (SLS): Evidence for Safe Use in Household Cleaning Products, PMCID: PMC4651417 PMID: 26617461
- Sodium lauryl sulfate (SLS) induced irritant contact dermatitis: a correlation study between ceramides and in vivo parameters of irritation, DOI: 10.1111/j.1600-0536.1996.tb02296.x
- Quantification of sodium lauryl sulfate penetration into the skin and underlying tissue after topical application--pharmacological and toxicological implications, DOI: 10.1002/jps.2600841018